Allgemein Manuskript

Zur Vorgeschichte: Teil 1

...Der folgende Text ist der erste Teil meines Manuskripts, dass ich hier teilweise veröffentlichen werde. Ich hoffe er gefällt euch. Über Kommentare und Kritik freue ich mich sehr!

Ich war schon immer ein sparsamer Typ und bin es heute immer noch. Natürlich gönne ich mir auch vieles und genieße mein Leben, aber für unsinniges Zeug gebe ich einfach kein Geld aus und versuche meine Zeit damit auch nicht zu verschwenden. Zum Beispiel habe ich für das Inventar meiner ersten und zweiten Wohnung immer nur relativ wenig Geld ausgegeben. Ich bin pragmatisch, nur das nötigste wird gebraucht und dabei steht die Funktion und nicht das Aussehen im Vordergrund. Naja, ganz so krass bin ich dann doch nicht, aber als Ingenieur wird man meiner Meinung nach zu solch einem Mindset ausgebildet.

Dennoch, eine Zeit lang kam es durch cleveres Vorgehen einiger Unternehmen dazu, dass ich meinen Wocheneinkauf nutzte, um mir billige elektronische Haushaltswaren oder andere Gegenstände der neusten Trends zu kaufen, um mit meinem Umfeld mithalten zu können und meinen Beitrag zur Konsumgesellschaft zu leisten. Der Einkauf wurde mit einem Ritual vorbereitet. An einem bestimmten Wochentag erhielt ich ein Prospekt (das ich sonderbarerweise kaum erwarten konnte), in dem die neusten Angebote und der letzte Schrei beworben wurde. Wenn ich es nicht in aller Ruhe und voller Spannung zuhause durchblätterte, dann mit Sicherheit auf der Arbeit in einer Pause, während ich dabei genüsslich einen Kaffee schlürfte. Ich bin sicher, Woche für Woche gab es etwas im Angebot, dass mein Interesse, oder besser meine Begierde weckte. Etwas, dass ich nicht benötigte, aber doch „nice to have“ wäre. Zum Glück schlug ich nur unregelmäßig zu.

Ich war also regelmäßig interessiert, kaufte mir aber eher unregelmäßig etwas (Ich kenne einige Leute, die kommen gefühlt jeden Samstag aus dem Discounter mit einer komplett neuen Innenausstattung). Durch eine Situation, die wohl jeder schon einmal erlebt hat, kam es dazu, dass ich von einen auf den anderen Tag aufgehört habe, mich mit diesen Werbeprospekten zu beschäftigen und diesen Lifestyle zu teilen. Mein Briefkasten, den ich nur unregelmäßig leerte, quoll eines Tages über mit Werbung, Prospekten, Heftchen, Flyern und was es da nicht noch alles gibt. Ich schmiss alles ungelesen, direkt vom Briefkasten in die Mülltonne. Dabei kam mir ein Gedanke. Wieviel wertvolle Energie und Ressourcen (dazu gehört auch Recyclingpapier) wird täglich alleine in Deutschland unserm selten sinnvollen Konsum geopfert?

Ich stellte eine einfache Rechnung auf. Nimmt man an, dass jeder Haushalt (Beispiel BRD, 40.4 Millionen Haushalte im Jahr 2011) einmal pro Woche (52 Wochen/ Jahr) lediglich ein Prospekt erhalten würde, dann würden im Jahr 2.100.800.000 (!!!) Prospekte gedruckt und ausgeliefert. 2,1 Milliarden Zeitungen, was für ein irrsinniges Ausmaß haben Teile unserer Gesellschaft mittlerweile angenommen? Unvorstellbar! Sofort machte ich auf meinem Briefkasten mit einem Label sichtbar, dass ich in Zukunft keine Werbung mehr wünschte. Das ändert das Problem mit Sicherheit nicht, aber das war das einzige was ich in diesen Moment selbstbestimmt machen konnte.

Wieso erzähle ich das Ganze?

Durch diese Geschichte bin ich auf sehr interessante Lebensansätze gestoßen und habe dabei auch erkannt, dass es viele Menschen gibt, die ähnlich wie ich denken. Durch das Ausmisten, das Loswerden von allem Zeug was wir besitzen aber nicht benötigen, kann man sich einen guten Teil seiner persönlichen Freiheit zurückholen. Ich, wie viele andere Menschen und vielleicht auch du, neige zum Ansammeln von Klamotten, Gegenständen, Papieren, Verpackungen und vielem anderem Kram. Meiner Meinung nach gilt hierbei nicht einmal die 80/20-Regel. Ich denke wir nutzen von dem ganzen Zeug, das was wir besitzen, sogar noch weniger als 20 Prozent. Wenn man sich einmal von diesem unnötigen Ballast entledigt hat, spürt man ein befreiendes, erleichterndes Gefühl. Um das tatsächlich zu verstehen muss man das einmal gemacht haben, reines Lesen und geistiges Verstehen bringt da gar nichts. Besonders interessant ist, dass man auf dieses Ausmisten nicht mehr verzichten will und unterbewusst auch dafür sorgt, gar nicht mehr so viele Güter anzuhäufen. Dieser Ansatz hat mir auf jeden Fall geholfen, bei der Aufgabe meiner Wohnung und beim Zurücklassen meines Hab und Gutes keine Bauchschmerzen zu haben. Eine Handvoll Umzugskartons, alle handlich gepackt, kann man immer problemlos bei einem Freund oder Familie unterstellen.

Um sich auf die wirklich wichtigen Sachen in seinem Leben zu fokussieren, um flexibel und vom Vergänglichen nicht abhängig zu sein, ist dies eine unbestreitbar sinnvolles Lebenskonzept.


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