Der folgende Text ist der erste Teil meines Manuskripts, dass ich hier teilweise veröffentlichen werde. Ich hoffe er gefällt euch. Über Kommentare und Kritik freue ich mich sehr!

….In den folgenden Monaten schaute ich mir zufällig einige Dokumentationen über den Amazonas an. Es kam nicht oft vor, dass ich den Fernseher anmachte, nach wie vor bliebe ich beim „Zappen“ nur bei Dokumentationen hängen, vorwiegend über fremde Kulturen und andere Länder.

Die Amazonas- Dokumentationen handelten u.a. über Schamanen im tiefen Regenwald von Peru, die mit besonderen Zeremonien und Ayahuasca-Ritualen Verbindungen zu Göttern und Ahnen aufnahmen. Oder über brasilianische Gemeinden, die für viele Tage ihre Dörfer verließen, um während der Regenzeit tief im überfluteten Urwald nach dem riesigen Amazonasfisch Pirarucu zu jagen. Besonders interessant fand ich auch eine Reportage, in der gezeigt wurde, wie ein Großteil der Menschen im Amazonas reist. Frachter oder Passagierschiffe dienen zur Überbrückung der großen Strecken, die die Menschen z.B. zum Einkaufen, Arbeiten oder Krankenhaus- Besuchen zurücklegen müssen. Während die immergrüne Landschaft der Amazonas-Region im Schritttempo vorbeizieht, liegen die Passagiere meist eng nebeneinander in ihren Hängematten. Dies fand ich so interessant, dass ich diese Erfahrung unbedingt auch mal erleben wollte und meine To- Do- Liste um einen weiteren Punkt ergänzte.

Jetzt begann ich mich intensiver mit dem Amazonas auseinanderzusetzen und besorgte mir einige Bücher, die wahrscheinlich auch einen Einfluss auf meine spätere Entscheidung haben sollten. Eine interessante Geschichte über die Spiritualität der Amazonas- Bewohner und den fortdauernden Konflikt zwischen Indigenen und „fortschrittlichen“ Bevölkerungsteilen fand ich in dem Roman „Der Geschichtenerzähler“ von Vargas Llosa, den ich auf Deutsch und Spanisch gelesen habe.

Etwas müßig zu lesen, aber definitiv empfehlensewert ist auch das Buch „Exploration of the Valley of the Amazon“. Dieses Buch besteht eigentlich aus einer Sammlung von Berichten, die der Soldat William Lewis Herndon im Auftrag der U.S. Navy geschrieben hat. Herndon wurde 1850 auf Anordnung des Kongresses beauftragt, den Amazonas und insbesondere auch die kommerziellen Möglichkeiten dieser einzigartigen Region zu erforschen. Dazu durchquerte er auf einer einjährigen Reise die Amazonasregion, von Lima in Peru bis nach Belém im brasilianischen Bundesstaat Pará. Neben den faktischen Beschreibungen von Distanzen, Temperaturen, Bevölkerungszahlen usw. lässt Herndon auch viele persönliche Eindrücke in den Text einfließen und so ähneln die Berichte eher einer Erzählung über ein großes Abenteuer als einem militärischen Erkundungsbericht.

Diese Aussagen sind oft nicht nur imperialistisch geprägt, sondern auch äußerst fragwürdig gegenüber den ursprünglichen Bewohnern dieser Region. Herndon verurteilt durchgehend die Lebensweise der indigenen Bevölkerung, die keinerlei Industrialisierung der einzigartigen Natur anstrebt, sondern im Einklang mit der Umwelt lebt und sich nach getaner Arbeit ausgiebigen Festen hingibt. Interessant, aber für mich nicht ganz verständlich sind die Aussagen, dass es auf der ganzen Amazonasreise Herndons schwer war, ausreichend Proviant zu organisieren. Eigentlich sollte es auch damals viel Fisch, Früchte und Gemüse gegeben haben? Auch prophezeiend gibt sich Herndon in seinen Schriften immer wieder. So erwähnt er, dass die Stadt „Cidade da Barra do Rio Negro“ (heute Manaus) durch Errichtung eines Hafens zu großen Einnahmen kommen könnte. Zum Glück sind die vielen Ideen und Vorschläge Herndons aber nicht weiterverfolgt worden. So schreibt er z.B., dass die brasilianische Regierung nichts dagegen haben würde, wenn amerikanische Staatsbürger mit ihren Sklaven den Amazonas besiedeln würden, um den Amazonas landwirtschaftlich zu erschließen und parallel die „indianisch Stämme“ auf diesen Siedlungen „zu integrieren“. …

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